Mitsubishi Kultur

Kultur am Arbeitsplatz?

Kultur am Arbeitsplatz ist gar nicht so unsinnig wie manche vielleicht meinen. Damit ist nicht die Oper oder ein Konzert gemeint. Nein, in diesem Zusammenhang bezieht sich Kultur als etwas Allgemeines. Der Umgang miteinander, der Umgang zu inneren und äußeren Kunden. Das Verhalten untereinander. Werte wie Verständnis, Hilfsbereitschaft, Rücksicht und vieles andere zeichnen eine gelebte Unternehmenskultur aus.
Sicher sind da auch Leitlinien gemeint, wie sie einst Iwasaki-san festgehalten hat. Aber allein das Erstellen dieser Regeln und Ziele hat noch keinen Effekt. Erst dadurch, dass diese Philosophie gelebt wird, erhält ein Unternehmen tatsächlich Kultur. Mitarbeiter können sich mit dem Unternehmen identifizieren. Sind bereit, und vor allem in der Lage, höherwertig zu leisten. Überstunden, Mehrarbeit und andere Forderungen sind in einem kultivierten Unternehmen nur selten eine Belastung. Meist sogar eher eine Herausforderung.
Das Löschen der Unternehmens-Philosophie aus dem Orga-Handbuch ist dagegen sehr bezeichnend. Man will in einem solchen Unternehmen nicht mit so lästigem Müll wie Unternehmens-Philosophie zugeschüttet werden.
Nicht der Arbeitnehmer steht im Mittelpunkt, sondern der „Chef“. Die Unfähigkeit zur Entscheidung wird zur neuen Un-„Kultur“.
Das führt natürlich zu ganz haarsträubenden Situationen wie sie leider viele kennen.

Auch leitenden Angestellten wird plötzlich nahe gelegt sich „zu trennen“, wenn er/sie denn mal krank wird. Unerheblich ist dabei, wie viele Jahre eben jener Mitarbeiter schon gesund geleistet hat.

Andere werden mit Arbeit regelrecht überhäuft. Dabei spielt es keine Rolle, dass der Mitarbeiter irgendwann einfach nicht mehr kann. Er/sie kann ja gehen. Und wenn dann wirklich ein Zusammenbruch droht, dann kann man sich immer noch trennen.

Ein Zeichen der vorhandenen Un-„Kultur“ ist sicher auch das Verhalten der Geschäftsleitung gegenüber dem Betriebsrat, den Gremien des Betriebsrates, den Mitarbeitern und den Kunden.

Beliebt ist auch das Spiel der Wechsel-Reduktion des Personals. Hier werden Mitarbeiter, die sich entscheiden ein solches Unternehmen zu verlassen erst dann ersetzt, wenn sie selbst nicht mehr am Arbeitsplatz sind. Das Unternehmen spart so ein oder zwei Monatsgehälter ein. Beinah jeder von uns weiß, dass das ein absolut unsinniges und, langfristig auch extrem teueres Denken ist. Der neue Mitarbeiter trifft bereits am ersten Arbeitstag auf einen verwaisten Platz. Die Einarbeitung durch den Vorgänger entfällt oft schon komplett. Wichtige Arbeiten bleiben liegen oder werden mit deutlicher Verspätung erledigt. Der neue Mitarbeiter hat keine faire Chance seinen Arbeitsplatz kennen zu lernen, hat keine Chance sich ein wenig Routine anzueignen. Die Demotivation, gleich zu Beginn, lässt kein gutes Gefühl aufkommen. Die Arbeitsleistung nimmt ab. Und zwar spürbar. Unternehmen wie Varta oder auch Porsche lassen es nicht zu, dass sich so etwas in Gang setzt, weil es zu teuer ist. Allerdings handelt es sich hier auch um Unternehmen mit einem langfristigen Konzept.

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